Das Quartett GFF aus Regensburg kann man fast schon alte Hasen im Geschäft bezeichnen. Nun sind sie nach 15 Jahren Bandgeschichte mit ihrem fünften Langspieler Ice On Fire am Start, der am 7. Juni 2013 in die Plattenläden kommt. Für die Aufnahmen sind GFF direkt in das gelobte Land des Poppunks bzw. Punkrocks gereist: In den Validus Recording Studios von keinem Geringeren als Ryan Greene in L.A. (ehemaliger Chef-Producer bei Epitaph und Fat Wreck, Ex-Partner von Fat Mike und Brett Gurewitz) durften sie nach Bands wie NoFX, Bad Religion, Mad Caddies, No Use For A Name oder Sick Of It All auf den gleichen Instrumenten wie ihre Vorbilder ihre neuen Songs einspielen. Stephan Berghof hat sich mit Sänger Tom und Bassist Bernd getroffen. Im Folgenden könnt Ihr das Interview nachlesen. Anlässlich des Album-Releases verlosen wir zwei Mal ihre Platte Ice On Fire. Mehr Infos dazu am Ende des Interviews!

Stephan Berghof (SB): Vieles hat sich ja verändert – der Bandname, die Besetzung und auch die Aufnahmen in den USA. Ist das jetzt eine Art Zäsur in eurer Bandgeschichte?

Tom: Eine Zäsur? Nee, so würden wir das nicht nennen. Ich glaube einfach, wir wollen den nächsten Schritt nach Vorne machen. Es war jetzt einfach der Schritt, den wir uns schon immer gewünscht haben – jetzt nicht unbedingt mit den ganzen Besetzungswechseln und der Änderung des Namens – aber vor Allem mit dem Album-Recording. Zur Umbenennung des Bandnamens haben wir uns eigentlich entschlossen wegen den ganzen Medien, weil die das wahrscheinlich nicht einfach mit diesem Bandnamen hatten und da sind auch die skurrilsten Sachen rausgekommen wie Green Frog Food.

SB: Warum erst jetzt die Namensänderung?

Tom: Die kam, weil wir es einfach satt hatten. Es kam immer wieder vor… in Festivalzeitschriften, in Reviews, in Onlinezeitschriften, in Fanzines, auf Samplern, wo der Bandname falsch geschrieben wurde. Mit den neuen Sachen wollen wir keine Missverständnisse hervorlocken.

SB: Was war denn der schlimmste Schreibfehler? Welcher war der Auslöser wo ihr gesagt habt jetzt reicht’s – Green.Frog.Feet wird in GFF geändert?

Tom: Das war Green.Frug.Fuck. (lacht). Ja gut, den fanden wir aber damals so gut, dass wir gleich T-Shirts haben drucken lassen (lacht). Ja, war tatsächlich so.

SB: Andere Bands haben auch schwer auszusprechende Namen wie Itchy Poopzkid, sie stehen aber dazu. War denn der alte Name Green.Frog.Feet nicht mittlerweile in der Szene etabliert gewesen?

Tom: Das wissen wir auch nicht genau. Ja, mag sein, dass es etabliert war und mit Sicherheit war es einigen ein Begriff. Dennoch hat es genervt, wenn man den Bandnamen immer wieder falsch liest oder hört. Nach den Konzerten kommen die Leute her und sagen “Hey du bist doch der von Green brrurbriii…” – da mag vielleicht auch das ein oder andere Bier Schuld gewesen sein, aber es ist definitiv ein Zungenbrecher und das wollten wir jetzt endlich loshaben. Noch dazu haben wir es uns auch mal mit einer Australien-Tour verscherzt. Da wurde gesagt: “Ne, wenn ihr irgendwas gegen Frösche habt, dann wollen wir diese Tour auch nicht machen”. Das sind dann alles so Punkte, wo man sagt, jetzt reicht’s!

SB: Die Besetzung ist auch neu. Wer sind die Neuen, wie seid ihr dazu gekommen?

Bernd: Wie ich zu Green.Frog.Feet gekommen bin? Ich kenne die Band seit 2001. War auch meistens auf Konzerten in der Nähe. Ab 2007 war ich als Merchandiser fest mit unterwegs. Habe jedes Festival und jede Show am Wochenende mitgemacht.

Tom: Klassisch vom Tellerwäscher zum Millionär (lacht). Hochgeschlafen.

Bernd: Da ich ja seit 2001 Bass spiele, bin ich dann öfters mal eingesprungen und durch das, dass der letzte Bassist ins Ausland gegangen ist, bin ich dann letztes Jahr letztendlich fest dazugekommen.

SB: Der Schlagzeuger ist ja auch neu …

Tom: Der Schlagzeuger ist auch neu. Gut, wir waren schon auf der Suche. Für unser Album in L.A. haben wir unseren Ex-Drummer Max Seelos engagiert und da hat sich schon abgezeichnet, dass unser damaliger Schlagzeuger, der Toni, – also ich glaub da kann man jetzt schon einige Namen durcheinander bringen – wir haben jetzt schon den 11. Schlagzeuger (lacht) – da hat sich schon abgezeichnet, dass der auch wegen dem Studium nicht mehr die Zeit aufbringen kann. Durch den Max und durch’s Internet sind wir dann auf den Benni gekommen. Der hat Schlagzeug in Los Angeles studiert und war uns auf Anhieb sympathisch. Wir haben einmal geprobt und haben gewusst, das hat gepasst.

SB: Zum neuen Album Ice On Fire: Wie kam es zu den Aufnahmen in Los Angeles bei Ryan Greene?

Tom: Ja, wir wollten uns einfach einen kleinen Traum erfüllen und einfach mal gedacht, da wir ja den charakteristischen Pop Punk-Sound der 90er machen und zelebrieren und den auch lieben, wir fahren dorthin wo der Pfeffer wächst (lacht). Nee, wo halt eben der Sound entstanden ist. Wir haben einige Produzenten angeschrieben, die da Bock drauf hätten und es haben auch einige geantwortet.

SB: Welche waren das noch?

Tom: Unter anderem Steve Kravac, der Produzent von Blink-182 und Less Than Jake und NoFX war. Der hatte schon Interesse. Bei ihm hat es nur daran gescheitert, dass wir keine Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe gehabt hätten und wir zum Studio hätten pendeln müssen. Das war uns zu aufwändig. Dann gabs noch den Sänger und Produzent von The Stereo, ganz kultige Band. Die letzte Scheibe war vor zehn Jahren oder so…riesen Platte, riesen Sänger. Der wollte uns auch produzieren. Der war dann allerdings zu spät dran. Nach ner Weile hat sich eben Ryan Greene gemeldet und hat sich paar Sachen angehört, war begeistert und hat gemeint, wir sollten es mal versuchen.

SB: Ist das jetzt sehr viel anders gegenüber einer Aufnahme hier? Und wenn ja, wie?  

Tom: Auf alle Fälle. Von der Professionalität, wie er an die Sache herangeht. Das war uns bei paar gewissen Dingen komplett neu!

SB: Was zum Beispiel?

Tom: Also zum Beispiel die Reihenfolge der Instrumente: Es kamen zuerst Drums, dann die Gitarren und dann erst Bass. Wir kannten es eigentlich immer: erst Schlagzeug, Bass, Gitarre. Wollte er so haben, dass eben auch der Basser das richtige Feeling dazu bekommt und noch so kleinere Details. Beim Gesang zum Beispiel … also ich hab alle Leadvocals getrippelt, auch die Backings getrippelt und die ganzen Chöre auch getrippelt. Ich hab arschviel singen müssen (lacht).

SB: Wird man vom Produzenten gestresst auch mal so zu spielen, wie er das will?

Tom: Wir waren schon gewappnet, weil wir ja gewusst haben, da stehen ja die ganzen Gitarren, mit denen schon NoFX so eingespielt hat. Die stehen wirklich noch da! Jede Band, die da rein kommt, spielt mit seinen Instrumenten. Wir haben uns schon Gedanken gemacht, welches Anschlagsmuster man wählen muss, bei den Gitarren zum Beispiel, und haben gefragt: „Wäre dir das einfach lieber, dass wir das so spielen, oder so?“… und er gibt dann seine Meinung ab und so wird’s dann gemacht.

SB: Gibt es eine Linie, eine Art Konzept bei dem Album? Und wenn ja, welche Linie wäre das?

Tom: Es gibt schon eine Linie, auf der wir uns da ganz schlicht bewegen wollen: Dass wir halt ganz wenig wegdriften in andere Musikrichtungen. Das Album ist jetzt einfach sehr straight, sehr gerade und Messagemäßig … gut, da hat jeder Song seine Message. Da gibt’s aber kein Gesamtkonzept für dieses Album, sondern einfach nur Punkrock nach Vorne und das wars eigentlich, 100% Punkrock!

SB: Warum Broken Man als erste Single?

Bernd: Ich find Broken Man ist eine total eingängige Nummer und er ist vom Sound und von der Art des Songs her, find ich, radiomäßiger. Er klingt gut, er hat eine Message.

SB: Habt ihr ihn deswegen ausgesucht, weil er radiomäßig ist?

Tom: Nicht nur. Ich finde gar nicht, dass er so radiomäßig ist, aber er hat natürlich schon Tendenzen dahin. Er geht wirklich vorwärts und hat halt ne eingängige Hook, was für uns immer sehr wichtig ist. Er war ganz klar der Favorit für die Single.

SB: Warum Jackson 5 covern und nicht irgendwas anderes?

Tom: Wir haben schon öfters gehört, wenn wir etwas covern, dann hört sich das an wie Me First And The Gimme Grimmes. Aber wir wollen meist Sachen covern, die nichts mit Rock zu tun haben. Wir hatten mal das Cover von Up To Where We Belong (Anm. d. Red.: Von Joe Cocker). Das ist ja ne soulige Rocknummer eigentlich und dieses Jackson 5 Cover ist ja auch eine Soul-Pop-Disco-Nummer. Da sehen wir immer unsere Herausforderung, dass man da dann einfach was Punkiges draus macht. Noch dazu glaub ich, dass einfach Jeder den Song kennt und der geht auch in die Beine. Wir hatten halt, wie wir diesen Song ausgesucht haben, gleich schon das Video im Kopf. Das hat einfach alles gepasst.

SB: Sag mal was zum Cover bitte, das ist ja im Vergleich zum Vorgängeralbum etwas schlichter.

Tom: Da sieht man einen Mann, wie er ‘ne Stadt verbrennt, eine eisige Stadt. Das Coverbild hat keinen speziellen Hintergrund. Es hat mit dem Albumtitel zu tun, Ice On Fire. Mehr oder weniger haben wir es unserem Grafiker gegeben, um ehrlich zu sein, und der hat dieses Cover entwickelt, was passend zu dem Albumtitel ist.

SB: Es ist schon schlichter jetzt …

Tom: Doch, das wollten wir auch. Wir wollten, wie die Songs auch, das Cover alles schlicht, aber direkt auf den Punkt bringen.

SB: Ihr hattet jetzt 15. Geburtstag. Wo soll es noch hingehen mit GFF? Auf was können sich Fans demnächst freuen?

Tom: Wo geht’s noch hin mit GFF? Ich glaube wir haben die Beine zu sehr am Boden der Realität, als dass wir jetzt sagen: „ Ja gut, wir haben jetzt noch die großen Träume oder Wünsche“. Ich denke, das Meiste haben wir uns schon erfüllt. Was jetzt noch kommt, darauf sind wir selber gespannt. Wir freuen uns immer drauf, wenn es was Großes gibt, wie größere Support-Touren oder große Festivals spielen. Wir planen auch wieder eine Tour im Herbst und freuen uns, wenn wir viel ins Ausland kommen, weil man dort am Meisten erlebt. Für uns ist das Spielen wichtig, vor vielen Leuten. Aber was jetzt mit dem Album passiert und ob wir einen großen Hit landen? Das lassen wir mal dahin gestellt. Wir freuen uns einfach auf das, was passiert. Ich hoffe es geht noch die nächsten 10-15 Jahre so.

GFF: I Want You Back (Jackson 5 Cover)


GFF — I Want You Back – MyVideo

GFF: Broken Man


GFF — Broken Man – MyVideo

Wir verlosen die fünfte Platte von GFF pünktlich zum Release am 7. Juni 2013. Schreibt einfach eine Mail an vanessa@alles-was-rockt.com mit dem Betreff “GFF” bis zum 31. Mai 2013 18 Uhr. Mit viel Glück seid Ihr unter den glücklichen Gewinnern und könnt die Platte noch vor dem offiziellen Release anhören!