Seit einigen Tage läuft sie rund. Die Marketingmaschine. Mit Worten wie “Helden der Crossoverrebellion” wird eine Combo aus vergangener Zeit heraufbeschworen. Bis heute hüpfen Clubbesucher zum Dauerbrenner “Lord Of The Boards” frenetisch durch die Gegend.

Wenige von ihnen dürften die große Zeit der Guano Apes selbst erlebt haben. Ist es nun schon 17 Jahre her, dass die charismatische Blonde mit der Whiskeystimme das erste mal ins Mikro brüllte. Mit “Offline” erscheint nun das zweite Album nach dem Split vor rund zehn Jahren. Was wurde aus den Rebellen in Baggys, Baseballshirts und Adidasjacken? Nun ein wenig, und es mag noch so dämlich daherkommen, kann man Sandra und Co die musikalische Entwicklung von der Figur ablesen. Es ist poppig, seicht und ohne Kanten. Was mal als Rebellion began, wurde von dem Geschmack der Masse in Form gebracht. Aber bringt das den nachhaltigen Erfolg? Geliebt wurden die Crossoverveteranen gerade für ihre atypische Musik. Auch das Auftreten im gesamten war markiger und prägnanter. Wohlwollend würde man von einem Reifeprozess reden, aber ich weigere mich persönlich jegliche Neuausrichtung als Reifeprozess zu bezeichnen. Eher würde mir der Begriff “unkontrollierte Gärung” da in den Sinn kommen. Gebt der Platte den Namen “Happy Bats – Close to The Sun” und ich würde sagen; solide Arbeit. Aber was mit dem letzten Album began wird konsequent fortgesetzt; seichte Melodien mit einem Schuss Gitarre und ab und zu blitzt dann nochmal die Powerstimme durch.

Ich frage mich, warum um alles in der Welt sieht ein Label und ein Künstler nicht, dass die Leute den alten Stil auf den Liveshows feiern und bei dem neuen Stil eher nett bis irritiert umher stehen? Schade Apes alles ist vorbei!