© Granted Records

Zebrahead. Zebra, wer? Das war doch die Band mit den Pferdekopf-Masken oder? Falsch! Das waren Bonaparte. Zebrahead sind – für den, der sie nicht kennt – fünf Punks aus Orange County/ Kalifornien. Seit 1996 rocken sie, zum größten Teil noch in Originalbesetzung, die großen Festivalbühnen. Die Liste an Bands, die Zebrahead bereits supporten durften ist lang: The Offspring, Less Than Jake, MXPX, Green Day und sogar die Beastie Boys. Aber wie passen denn Letztgenannte in die Reihe? Das liegt an den unvergleichbaren Stil von Zebrahead. Sie vermischen nämlich Rap mit melodischem Pop-Punk. Am 16. August erscheint Ihr neues Album Call Your Friends via Granted Records.

In ihrem mittlerweile zehnten Album Call Your Friends hat sich aber noch ein Genre zusätzlich eingeschlichen, und zwar Hardcore. Im Juni 2013 wurde Lead-Gitarrist Greg Bergdorf durch Dan Palmer von der Hardcore-Band Death By Stereo ersetzt. Dieser hat auch die Tracks des Albums eingespielt, was man an allen Ecken und Kanten hören kann.

Zum einen ist Call All Your Friends im Vergleich zum Vorgängeralbum Get Nice alles andere als nett. Hier geht es richtig zur Sache. Die Songs haben extrem viel Druck und schieben, dank schnellerer Tempi, gewaltig nach vorne. Die Lead-Gitarre ist zudem auch in den Refrains omnipräsent. Bestes Beispiel dafür ist gleich der Opener Sirens. Ein quietschendes Crescendo am Anfang klingt wirklich wie eine Sirene, die Dich vor etwas warnen will. Und zwar vor den einsetzenden Beats, die dich wie ein Bus einfach platt rollen, wenn du nicht aufpasst. Schon wippt der Kopf im Takt zu feinstem Vier-Akkorde-Pop-Punk.

Auch in den Metal verirren sich Zebrahead ab und zu mit den beiden Songs With Friends Like These, Who Needs Herpes? und Murder on The Airwaves. Ersterer überrascht außerdem durch sein klassisch angehauchtes Klavier-Intro. Born To Lose sticht durch seinen rasanten Rap heraus – ebenso wie der rasante Song Stick Em Up Kid.

Alles ist dann aber doch nicht anders. Was bleibt, sind sowohl die Sing-Along Refrains, die man schon beim ersten Hören mitgrölen kann und die zahlreichen „Wohooos“. Diese sind vor allem bei Don’t Believe The Hype zu finden. Um das Publikum bei ihren legendären Live-Shows anzuheizen, verdrehen Zebrahead auch gerne einmal im Song Public Enemy Number One das „Hey Ho, Let’s Go“ der Ramones. „Let’s Go, Let’s Go, Hey Ho!“ heißt es dort. Dann gibt es auch noch Songs, die ohne Weiteres auf dem Vorgängeralbum Platz gefunden hätten, wie zum Beispiel Call Your Friends oder Automatic.

Was bei dem Album Call Your Friends wie ein Konzept wirkt, ist die Liebe zu Party und Dosenbier. “I think the fans will really like the new record if they like songs about beer played by really sexy good looking guys.” sagt Schlagzeuger Ed Udhus dazu. Darum gibt es Songs wie I’m Just Here For The Free Beer, eine Ode an den Alkohol mit dem klaren Statement: “I don’t care, I don’t give a fuck”. In den Songs Call Your Friends und Until The Sun Comes Up hört man sogar das Öffnen von Dosenbier. Und man selbst möchte gleich mit anstoßen. Denn genau das ist das Album Call Your Friends von Zebrahead: eine Party für die Ohren!

Infos:

VÖ Datum: 16. August 2013
Genre: Pop-Punk, Rap, Hardcore
Label: Granted Records
Info: www.zebrahead.com
Format: LP
Trackliste:
1. Sirens
2. I’m Just Here For The Free Beer
3. With Friends Like Theses, Who Needs Herpes?
4. Call Your Friends
5. Murder On The Airwaves
6. Public Enemy Number One
7. Born To Lose
8. Stick Em Up Kid
9. Automatic
10. Nerd Armor
11. Panic In The Streets
12. Don’t Belive The Hype
13. Until The Sun Comes Up
14. Last Call