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Er ist noch ein Geheimtipp unter den richtig guten Singer Songwritern. Tim Vantol aus der Niederlande bündelt Punk und Folk dermaßen in sich, dass er auf der Bühne sichtlich explodiert. Seine Stimme ist rau und laut und lehnt sich bewusst an Chuck Ragan an. Seine Texte gehen über Freundschaft, Entschuldigungen und seine Ansichten zu Religion. Alles-was-rockt.com Redakteur Stephan Berghof hat sich mit dem sympathischen Tim Vantol vor seinem Auftritt am 5. Dezember 2013 im Hansa 39/Feierwerk in München getroffen.

Tim Vantol sprach dabei über die Probleme, die er beim Aufnehmen seines letzten Albums ‘If We Go Down, We Will Go Together’ hatte und um Lieblingsbands und Künstler, die er gerne bei seinem ehemaligen Projekt ‘Backseat Session’ sehen möchte. Außerdem berichtet der Künstler über seine eigene Club-Tour im Vergleich mit dem belgischen Festival Groezrock 2013. Außerdem sagt er offen und ehrlich, was ihn an Bayern nervt.

‘I rather end up in hell with many of my friends … ‘Wer Tim Vantol kennenlernen möchte, der muss ihn einfach ansprechen. Alles-was-rockt.com-Redakteur Stephan Berghof über das Treffen mit Tim Vantol.

Der niederländische Singer-Songwriter im Holzfällerhemd ist nämlich derart gastfreundlich, dass man sich schon nach einer Minute mit ihm unterhalten kann, als ob man ihn seit Jahren kennt. Nun, bei Tim und mir sind es mittlerweile drei Jahre. Darum ist er auch sichtlich erfreut, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Sofort werde ich in den Backstage-Bereich geführt und mir wird ein Getränk angeboten. An dem Tisch sitzen noch sein Support Tigeryouth aus Osnabrück und ein unbekanntes Gesicht.

Der Fan habe Tim Vantol in Regensburg gesehen, mit ihm bis in die Puppen gefeiert und sei dann aufs Konzert in München eingeladen worden – der Beweis, wie schnell sich Tim neue Freunde macht. Auch vor seinem Auftritt rennt Tim durch den Saal der Hansa 39 und begrüßt alle freundlich, bleibt bei einer kleinen Gruppe stehen und unterhält sich sichtlich amüsiert. Zu dieser Zeit steht bereits sein Support Tigeryouth auf der Bühne. Er sei ein talentierter junger Musiker, sagt Tim. Er habe ihn die deutsche Sprache lieben gelernt. Apropos deutsch: Tim Vantol kann super deutsch sprechen, selbst wenn er das ungern zugibt.

Zugegeben, mein Geschmack ist Tigeryouth nicht. Es sind aber nicht die Songs, sondern eher die fehlende Einschätzung für Dynamik. Mal ist sein Gesang so leise, dass man konzentriert sein muss. Im nächsten Moment brüllt er ins Mikrofon, dass alles übersteuert. Auch der Tontechniker schüttelt hilflos den Kopf.

Wie es besser geht, zeigt Tim Vantol. Ganz getreu seinem Vorbild, Chuck Ragan, steht er mit Holzfällerhemd auf der Bühne und schmettert eine akustische Hymne nach der anderen ins Publikum. Tim gibt jeden Tag alles, trinkt auch nichts mehr vor Auftritten. Seine Fans hätten diese Professionalität verdient, meint Tim. Was er auch nicht mag, ist dieses übertriebene Gehabe bei den Zugaben. Lieber bleibt er auf der Bühne und spielt noch drei Songs, als von der Bühne zu gehen und darauf zu warten, dass die Fans ihn wieder zurück rufen. Leider klappt das in München nicht. Das Publikum besteht (aus Tradition?) auf die Zugabe-Variante. Tim beugt sich dem Willen seiner Fans, bleibt dann aber ziemlich lange hinter der Bühne. Alle fragen sich, ob er überhaupt noch einmal kommt. Was das Publikum dann erwartet ist wirklich ein Hammer. Sowohl Tim als auch Tigeryouth stellen sich mitten in die Crowd und spielen dort gemeinsam die Zugabe. Es ist ein großes Dankeschön an die Münchner Fans, die so zahlreich erschienen sind.