BANE-don't-wait-up-final-cover

© Foto: End Hits Records

Warum ein Album kaufen, wenn sich die Band eh bald auflösen wird? Na ganz einfach, weil die Band ein Ur-Gestein ist und jeder Titel überzeugt. Die Hardcorer BANE sagen Servus und veröffentlichen mit Don’t Wait Up ein Abschiedsalbum, das sich gewaschen hat.

 

Ein großartiges Projekt geht zu Ende

Sie war als Nebenprojekt geplant, hielt 20 Jahre und soll nun zu Grabe getragen werden. BANE. Die Band wurde 1994 in Worcester, Massachusetts gegründet, damals noch unter anderem Namen und mit anderem Sänger. Nach vier Studioalben, drei Eps und mehreren Singles ist nun allerdings Schluss. Aber wie es sich für eine Hardcore-Band gehört: Alles andere als still. ‘Don’t Wait Up’ heißt das aktuelle Album, das bei End Hits Records erscheint. Darauf gibt es zehn düstere und wütende Songs mit brachialen Gitarenriffs und wummernden Drums.

Ruhige Momente gibt’s nur, um Luft zu holen

Bereits der Opener ‘Non-Negotiable’ klint, als schmeiße einer eine Kettensäge an, die beim Intro noch vor sich hin rattert und plötzlich alles kurz und klein sägt. 1-2-3- zack. Stille. Die Ruhe vor dem Massaker. Mit ‘All The Way Through’ hat man danach erst einmal eine gute Minute Verschnaufpause, bevor Sänger Aaron Bedard erneut seine Stimme ans Maximum bringt. Dass fünf Minuten alles andere als langweilig sein können, beweisen Bane im Song ‘Calling Hours’. Zuerst dieses gefühlvolle ruhige Intro, das irgendwie zu der violett-blauen Abendstimmung mit Sternenhimmel auf dem Albumcover passt. Doch auch diese Idylle ist nur eine Täuschung. Die Spannung wird gegen Ende des Intros unerträglich und Bane machen das einzig Richtige: Sie lassen die Bombe hochgehen. Ab der Mitte des Songs kann man sein Mitgröl-Talent auspacken und gegen Schluss überrascht ‘Calling Hours’ mit einer schönen melodischen Gesangslinie einer Sängerin.

Der starke Kontrast setzt sich fort

Wem das allerdings zu schnöselig ist, für den ist eventuell der knackig kurze Titel ‘What Awaits Us Now’ etwas. Anderthalb Minuten wird hier in feinster Hardcore-Manier geholzt. Mit dem gut aufgebauten – was die Songstruktur betrifft – ‘Hard To Find’ wird die zweite Hälfte des Albums eingeleitet. Auch hier findet man neben den brachialien schnelleren Songs ‘Lost At Sea’ und ‘Post Hoc’ zwei Vierminüter. Sehr schön ist vor allem der vorletzte Track ‘Wrong Planet’, der ebenso melancholisch ruhig beginnt wie ‘Calling Hours’. Dann wird man aber aus diesem kurzen Tagtraum von Sänger Aaron Bedard gerissen. Das aus aus drei Tönen bestehende Thema bleibt dabei allerdings immer präsent und gibt diesem brachialen Gesang eine bitter-süße Note. 

Don’t Wait Up, ein Album über Zusammenhalt und Aufrichtigkeit. Die Hardcore-Szene wird BANE vermissen. 

Infos:
VÖ Datum: 09. Mai 2014
Genre: Hardcore
Label: End Hits Records/ Cargo
Info: http://www.banecentral.com
Format: LP
Trackliste:

  1. Non-Negotiable
  2. All The Way Through
  3. Calling Hours
  4. Park St.
  5. What Awaits Us Now
  6. Hard To Find
  7. Lost At Sea
  8. Post Hoc
  9. Wrong Planet
  10. Final Backward Glance