© Ludwig Gross

Der 31-jährige englische Folk/Punk-Singer-Songwriter Frank Turner freut sich über alles: Er freut sich in Deutschland und vor allem in München zu sein und er freut sich über die neuen wie auch alten Fans. Schon tausendmal davor von anderen Bands gehört? Richtig! Und doch wirken diese Worte aus dem Mund von Frank Turner alles andere als abgedroschen, sondern sehr authentisch und nicht ansatzweise aufgesetzt.

Doch der Abend am 12. September 2013 in der Tonhalle München beginnt nicht mit Frank Turner selber, sondern mit dem Wahl-Hamburger John Allen als Opening Act, der allein mit seiner Akustik-Gitarre und Reibeisen-Stimme die knapp 1500 Fans schön langsam in Stimmung brachte. Musikalisch erinnert er an die Zeiten Frank Turners, als dieser noch alleine und ohne seine Sleeping Souls durch die deutschen Clubs getourt ist. Hätte man sich mit dem Rücken zur Bühne gedreht und rein auf die Musik gehört, so wäre dem ein oder anderen neuen Fan wahrscheinlich der Unterschied nicht einmal aufgefallen.

Im Anschluss daran übernahm Lucero für eine halbe Stunde die Bühne, eine Country Rock-Band aus Memphis, Tennessee. Im Laufe seines Auftritts ließ es sich Frank Turner nicht nehmen, zum Song „What Else Would You Have Me Be“ auf die Bühne zu kommen und die Band per Mundharmonika musikalisch zu unterstützen.

Doch die eigentliche Überraschung des Abends gab es, als endlich Frank Turner auf die Bühne kam: Frank Turner komplett ohne Gitarre! Hat man den jungen, sympathischen Mann über all die Jahre stets mit seinem Lieblingsinstrument in der Hand kennen und lieben gelernt, so war es vor allem für die alten Fans eine neue und ungewohnte Situation. Frank Turners starker Rückenprobleme zwingen ihn zu dieser ungewöhnlichen Live-Performance. Nichtsdestotrotz machte der Engländer eine mehr als gute Figur. Der Abend startete mit dem Klassiker „I Still Believe“ vom vorletzten Album England Keep My Bones, und sofort war Sie wieder da: Die von Grund auf positive Partystimmung mit Pub-mitgröhl-Charakter. 23 Songs waren es am Ende insgesamt, inklusive aller Hits wie „The Road“, „Long Live The Queen“ und natürlich „Photosynthesis“. Und sogar zwischen den Songs sammelte Frank einen Pluspunkt nach dem anderen durch seine Ansprachen auf Deutsch – oder zumindest Versuche – die Ihn dadurch umso sympathischer machten.

© Ludwig Gross

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