Der Groove ist in München, oder auch einfacher gesagt: Skindred aus Wales gaben sich die Ehre. Anlässlich ihres neuen Albums “Kill The Power” machten sie am 10. Februar 2014 in München im vollen, heißen Backstage Werk halt.

Von Martin Rüthschilling

Mit im Gepäck Newcomer Maplerun aus Athen und die altgediente Alternative Rockkapelle Soil. Letztere hat nach Ansicht deutscher DJs zwar nur ein bekanntes Lied – “Halo” – bringt aber dennoch ein halbstündiges Set auf die Beine. Furioser Abschluss: Sänger Ian McCombs singt IN der Menge. Keine Security, keine Leine, nur ein Funkmikro. Skindred lassen sich nach Soil jedoch erstmal Zeit und vertrösten das Publikum mit UK-Punk und anderen Klassikern für mehr als 30 Minuten. Kalkül, um die Menge zu ärgern für eine gute Party?  Sie wären nicht die Ersten. Carnivore ließen 20 Minuten lang Right Said Fred und “Your My Mate” laufen, bis das ein oder andere paar Ohren anfing zu bluten. Und dann passiert was kommen muss: “Thunder Struck” von AC/DC ertönt, die Lichter gehen aus und der Mob tobt! Imperator Benji Webbe erscheint mit dem Imperial March aus Star Wars und zeigt mal wieder, dass Metal fashionable sein kann. Wenn es einen Sänger mit ausgeprägtem Sinn für Urbane Mode gibt, dann ER! Es dauert nicht mal eine Liedlänge, bis sich der Pit der Pandora freudig zeigt. Bounce, mosh, shout, party hard! Benji kontrolliert sein Publikum nach belieben links, rechts, mitte – völlig egal. Die Masse gerät in Extase und selbst Moses wäre hier nicht in der Lage gewesen, das Meer aus tanzwütigen Leibern zu trennen. Was folgt, ist eine Darbietung der X-traklasse. Während die Jungs von Skindred wie Derwische über die Bühne jagen, folgt das Publikum bereitwillig jeglicher Ansage von Benji. Sein Lieblingsspiel: I say “Kill The Power, You freak out!” es braucht zwei Anläufe dann ist es ein Selbstsläufer! Musikalisch ein absoluter Kracher ist der System Of A Down-”Toxicity”-Remix von DJ Dan Sturgess. Was anfängt wie ein mäßiges Cover explodiert nach einigen Takten zu einer Dubstep/Metal/Shit-your-pants-but-dance Nummer. Abschluss des Hauptprogramms bildet der Dauerbrenner “Nobody”. Wie uns Gitarrist Mikeydemus im Interview erzählte, war er seinerzeit wohl eher schockiert von dem Video, ganz anders als unser alles-was-rockt.com-Redakteur Shorty. Hüpfende Ärsche fand der schon immer gut, solange sie im Takt blieben! Für die Zugabe gibt sich Benji in neuem Outfit die Ehre: Mit goldenem Wickelrock und Zylinder, bedankt sich huldvoll bei den Fans und beendet das Konzert mit dem atmosphärischem Song “We live”. Crossover kann so schön sein!

Das neue Album von Skindred könnt Ihr hier bei Itunes kaufen: Kill the Power (Special Version) – Skindred

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